{"id":20,"date":"2022-04-11T20:00:54","date_gmt":"2022-04-11T18:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/?page_id=20"},"modified":"2023-03-03T13:51:07","modified_gmt":"2023-03-03T12:51:07","slug":"muehlentechnik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/index.php\/muehlentechnik\/","title":{"rendered":"Technik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konstruktionszeichnung der Ohrdorfer Windm\u00fchle<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/konstuktionszeichnung.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"465\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/konstuktionszeichnung.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/konstuktionszeichnung.jpeg 465w, https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/konstuktionszeichnung-218x300.jpeg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 465px) 100vw, 465px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle:&nbsp;Akten des Nds. Hauptstaatsarchivs Hannover<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vorbemerkung und geschichtliche Betrachtung&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ohrdorfer Windm\u00fchle stellt eine markante Landmarke im Wittinger Land am westlichen Rand der Altmark dar. Auch wenn sie ihre Aufgabe als Mahlbetrieb verloren hat, ist sie auf diesem Gebiet des Landkreises Gifhorn eine der wenigen erhaltenen Windm\u00fchle \u00fcberhaupt und enth\u00e4lt zudem noch Teile ihrer technischen Einrichtung. Ihre freie Lage in der Feldmark zeigt noch einen nahezu unverf\u00e4lschten Windm\u00fchlenstandort, wie man ihn heute selten noch so vorfindet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erhalt der M\u00fchle ist daher sehr zu begr\u00fc\u00dfen und k\u00fcnftig anstehende Restaurierungsarbeiten sind als sehr unterst\u00fctzenswert zu betrachten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorgeschichte zum Bau dieser M\u00fchle ist von den politischen Um\u00e4nderungen im Land Hannover gepr\u00e4gt. Als das Kurf\u00fcrstentum und K\u00f6nigreich Hannover nach dem Verlieren der Schlacht bei Langensalza 1866 im sogenannten \u201eDeutschen Krieg\u201c von Preu\u00dfen annektiert worden war, entfielen alle althergebrachten Bestimmungen zum Bau neuer M\u00fchlen. Am 27. April 1867 wurde ein Bericht des Vollh\u00f6fners Kr\u00fcger zur Erbauung einer Kornwindm\u00fchle vor Ohrdorf vorgelegt und bereits am 2. Mai des gleichen Jahres entschloss die K\u00f6niglich Preu\u00dfische General Gouvernements-Verwaltung zu Hannover von allen Widerspr\u00fcchen gegen den Bau abzusehen. Damit war der Bau der M\u00fchle also von h\u00f6chster Stelle genehmigt worden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kr\u00fcger beauftragte noch im selben Jahr den M\u00fchlenbaumeister C. Dettmer aus dem nahen Steimke mit der Planung und kurze Zeit danach legte Dettmer eine Entwurfszeichnung vor, deren Original noch heute im Hauptstaatsarchiv in Hannover aufbewahrt wird. Die geplante M\u00fchle war als kombinierte Getreide- und \u00d6lm\u00fchle vorgesehen, wbei die Getreidem\u00fchle einen Mahlgang mit nachgeschaltetem Sechskantsichter und einen Spitzgang zur Reinigung des Getreides erhalten sollte, die \u00d6lm\u00fchle aus Keilpresse, Kollergang sowie Herd mit R\u00fchrwerk bestehen sollte. Ob es zur Ausf\u00fchrung der \u00d6lm\u00fchle jedoch kam, ist nicht nach dem heutigen Forschungsstand kl\u00e4rbar. Die M\u00fchle wurde als aus Ziegelstein gemauerter Turmholl\u00e4nder mit bootsf\u00f6rmiger Kappe, Segelfl\u00fcgeln und Stertvordrehung gebaut. Sie entspricht damit einer in dieser Zeit der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts in dieser Region und der benachbarten Altmark typischen Bauweise, an welcher der M\u00fchlenbauer Dettmer wohl den Hauptanteil von Bauten hatte. Die \u00e4ltesten M\u00fchlen dieser Bauart fanden sich im Wittinger Stadtgebiet (M\u00fchle am Umweg 1856, Lohm\u00fchle am Kakerbecker Weg 1858, Eickenm\u00fchle an der Bromer Stra\u00dfe 1859, Degehardts M\u00fchle an der Bahnhofstra\u00dfe 1879). Neben der Ohrdorfer M\u00fchle blieben von dieser Bauserie noch die M\u00fchlen in Radenbeck (1891), Knesebeck und in der Altmark die M\u00fchlen in Siedenlangenbeck-W\u00f6pel, Kl\u00f6tze und Tangeln erhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese M\u00fchlen sind als eine Art Mischform aus althergebrachtem M\u00fchlenbauwesen mit neuzeitlichen Bauformen zu sehen, was die Ohrdorfer M\u00fchle hier im Ursprungszustand als Beispiel gut wiedergibt. Von der \u00e4lteren Form von Holl\u00e4nderm\u00fchlen erhielt die M\u00fchle noch die klassische Stertvordrehung der Kappe, Segelfl\u00fcgel und eine Fl\u00fcgelwelle mit h\u00f6lzernem Kopf und einem Kammrad mit durch die Welle gesteckten Speichen. Der neuzeitliche M\u00fchlenbau zeigte sich durch die teilweise Verwendung von Gusseisen f\u00fcr das R\u00e4derwerk (Stirnrad und Bunkler der K\u00f6nigswelle), Unterantrieb der Mahlg\u00e4nge und die Einrichtung eines Fahrstuhls zum Transportieren der Mehl- und Getreides\u00e4cke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrscheinlich um 1900 wurde die M\u00fchle modernisiert und erhielt nun neben einem Jalousiefl\u00fcgelpaar und einem eisernen Wellkopf des Fabrikats Ernst F\u00f6rster \/ Magdeburg als markanteste \u00c4nderung statt der Stertanlage eine Windrose zum automatischen Vorwinddrehen der Kappe. Diese Windrose war nicht wie gewohnt als einfaches, achtfl\u00fcgeliges Windrad ausgef\u00fchrt, sondern als zwei Windr\u00e4der mit jeweils vier Fl\u00fcgeln, die in der Horizontalen gesehen um genau 45 Grad verdreht zueinander angebracht worden sind. Eine \u00e4hnliche Anlage ist 1891 an der M\u00fchle in Kl\u00f6tze durch den M\u00fchlenbaumeister Eduard M\u00fcller aus Neustadt in Mecklenburg angebracht worden. M\u00fcller lie\u00df sich eine weitere, konstruktiv jedoch vom hier vorliegenden System abweichende Doppel-Windrosenanlage als \u201eZwillingswindrose\u201c 1893 patentieren. Im Zuge der Anbringung der Windrosenanlage erhielt die Kappe nun einen neuen Drehkranz mit Au\u00dfenverzahnung und gusseiserne Stuhlrollen aus der Fabrikation der bekannten Wittenberger M\u00fchlenbaufirma Wetzig zum Erleichtern der Drehbarkeit. Wahrscheinlich um die gleiche Zeit ist auch neben der M\u00fchle in einem separaten Geb\u00e4ude ein Verbrennungsmotor aufgestellt worden, der die M\u00fchle bei Windmangel antrieb. Dieser Motor ist dann kurz nach dem ersten Weltkrieg durch einen bequemer handhabbaren Elektromotor ersetzt worden. Die M\u00fchle war in dieser Zeit mit einem Mahlgang, einem Schrotgang, einem Walzenstuhl und den zugeh\u00f6rigen Mehlsicht- und Getreidereinigungsmaschinen zeitgerecht ausgestattet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit etwa 1938 war Erich Schulze Besitzer der M\u00fchle, als er eine Tochter des M\u00fcllers Kr\u00fcger geheiratet hatte. Da Schulze Landwirt, aber kein M\u00fcller war, f\u00fchrte der M\u00fcller Karl Genrich mit seinem Sohn Willi den Mahlbetrieb.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1956 erfolgte in der Zeit des gro\u00dfen M\u00fchlensterbens die Stilllegung des Betriebes und ein folgender Verfall der M\u00fchle setzte ein. Als Folge dessen verkaufte Schulze die M\u00fchle 1964 und es erfolgte bald danach ein Umbau der M\u00fchle zu Wohnzwecken. Dabei sind das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild der M\u00fchle und sogar ein Teil der M\u00fchlentechnik bis heute erhalten geblieben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wedemark-Brelingen,\u00a0<br>12. 3. 2014 R\u00fcdiger Hagen\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_0926-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-507\" srcset=\"https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_0926-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_0926-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_0926-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_0926-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.muehlenurlaub-suedheide.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_0926-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ein Film von Ansgar Rahmacher <a href=\"https:\/\/youtu.be\/4L1YMuNy19g\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Windm\u00fchle Ohrdorf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konstruktionszeichnung der Ohrdorfer Windm\u00fchle Vorbemerkung und geschichtliche Betrachtung&nbsp; Die Ohrdorfer Windm\u00fchle stellt eine markante Landmarke im Wittinger Land am westlichen Rand der Altmark dar. 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